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Netzwerkaufbau im Landkreis Lüchow-Dannenberg

Projektlaufzeit: 2013 bis 2016

Flyer Netzwerk-Aufbau Landkreis Lüchow-Dannenberg

Die Versorgungsstrukturen für die pädiatrische Hämatologie und Onkologie sind aufgrund geringer Fallzahlen ausgesprochen sensibel und anfällig für Veränderungen. Schon die Auflösung einer für das Netzwerk relevanten Kinder-/ Hausarztpraxis kann ein Versorgungsdefizit für einen Radius von bis zu 100 Kilometern in der Fläche zur Folge haben. Daraus folgt, dass die ambulante häusliche Versorgungsstruktur (so überhaupt vorhanden) für hämato-onkologisch erkrankte Kinder, Jugendliche und ihre Familien dynamisch ist und zur Sicherstellung evaluiert werden muss.

Für den Bereich Lüchow-Dannenberg und die Region bedeutet dies, derzeit vorhandene Strukturen zu recherchieren und zu vernetzen: Fachärzte für Kinder- und Jugendmedizin aus Kliniken, niedergelassene Haus-/ Kinderärzte, ambulante Pflegedienste, Hospiz-/Palliativdienste, ambulante (Kinder-)Hospizdienste und Beratungsstellen.

Nach Kontaktaufnahme und Information über das Projekt sollen die Leistungserbringer in ein tragfähiges Netzwerk integriert werden, um die Versorgung der Kinder und Jugendlichen in allen erforderlichen Bereichen zu sichern. Neben der Einbindung der vorhandenen Versorgungsmöglichkeiten sollen angepasste Schulungs- und Ausbildungsangebote sowie ein systematisches Qualitätsmanagement umgesetzt werden. Insgesamt wird dadurch eine verbesserte Versorgungsstruktur für die Patienten und ihre Familien gesichert und erreicht. Für diese auf hämato-onkologisch ausgerichteten Projektbereiche möchten wir mit dem vorliegenden Antrag die Krebs-Kinder in Not e.V. – Elterninitiative Lüchow-Dannenberg/ Wendland als Förderer gewinnen.

Hintergrund des Vorhabens

Die Überlebenschancen von Kindern mit Leukämie oder Krebs konnten in den letzten 30 Jahren drastisch verbessert werden. Dies setzt eine umfassende Spezialisierung und Expertise der behandelnden ÄrztInnen und Pflegefachkräfte sowie die Kooperation aller pädiatrisch-onkologischen Kliniken in den Therapieoptimierungsstudien der Gesellschaft für pädiatrische Onkologie und Hämatologie (GPOH) voraus. Allerdings können die steigenden Anforderungen an Spezialisierung, Erfahrung, Interdisziplinarität, Diagnostik und Therapieoptionen nur von großen Zentren kontinuierlich erfüllt werden. Dazu wurden vom Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) mit den "Maßnahmen zur Qualitätssicherung für die stationäre Versorgung von Kindern und Jugendlichen mit hämato-onkologischen Krankheiten" vom 16.05.2006 Mindestanforderungen definiert.

Diese Entwicklung ist ausdrücklich zu begrüßen und zu unterstützen, um die Qualität der primären Diagnostik und Therapie weiter zu verbessern. Sie führt jedoch zu einer Zentralisierung der behandelnden Kliniken, die für die betroffenen Kinder und Jugendlichen sowie ihre Eltern zusätzliche Schwierigkeiten und Belastungen bedeutet. Dies sind insbesondere lange Anfahrtswege, da die Mindestanforderungen in Niedersachsen und Bremen nur durch wenige Kinderkliniken erfüllt werden können. Auch qualitative Verschlechterungen der Therapie sind möglich, wenn etwa schmerztherapeutische Maßnahmen nicht ortsnah erfolgen können oder die Betreuung in einer Palliativsituation nicht im häuslichen Umfeld stattfinden kann. Bislang kontinuierlich erworbene Erfahrung von Fachpersonal in der Versorgung krebskranker Kinder und Jugendlicher geht verloren.

Für Kinder, Jugendliche und ihre Familien ist das eigene Wohnumfeld die wünschenswerteste Alternative, wenn eine langwierige Therapie und Behandlung der Erkrankung notwendig im Vordergrund steht. Um die Familien in der Therapiephase optimal zu begleiten und zu unterstützen, treten ambulante Versorgungsstrukturen in der Fläche in den Vordergrund.

Der Aufbau und die Vorhaltung von flächendeckend qualitativ hochwertigen Versorgungsstrukturen für schwerkranke Kinder und Jugendliche stellt im Flächenland Niedersachsen auch aufgrund der mangelnden systematischen Erfassung der vorhandenen Leistungserbringer eine große Herausforderung dar. Dies gilt insbesondere für die ländlichen, dünn besiedelten Räume wie z.B. Lüchow-Dannenberg.